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Italien, Piemont, Barolo, Cordero Montezemolo Monfalletto

Piemont 2013

 Das Piemont ist immer noch eine Reise wert. Das bewiesen auch die diesjährigen Verkostungen von fast 500 Weinen aus Barolo, Barbaresco und Umgebung im Rahmen der alljährlichen Nebbiolo Prima wieder, die in der vergangenen Woche in Alba stattfanden, und zu denen wir von der organisierenden Vereinigung Albeisa eingeladen worden waren. Es waren zumeist Weine aus eher schwierigen Jahrgängen - 2010 im Roero- und Barbaresco-Gebiet, 2009 beim Barolo: Während 2009 durchaus kompakte, kräftige Weine hervorbrachte, die allerdings nicht immer viel Finesse und teilweise sehr trockene Tannine zeigten, litt eine Reihe der 2010er unter zu markanter Säure und einem Mangel an geschmacklicher Tiefe.

Die Anbaugebiete von Barolo (oben) und Barbaresco (unten) bringen Spitzenweine gleich im Dutzend hervor - und das auch in schwierigeren Jahrgängen (Fotos: E. Supp)

So ist es nicht wirklich verwunderlich, dass von den besten Weinen dieses Reports - neben den Proben der Nebbiolo Prima nutzten wir noch eine Reihe weiterer Gelegenheiten wie etwa die ProWein zur Verkostung - nur ein kleinerer Teil aus diesen beiden Jahrgängen stammte, obwohl aus ihnen insgesamt gut 90 % der angestellten Muster stammten.

Insgesamt war die Stimmung unter den Erzeugern im Gebiet aber durchaus positiv, und die Krise im Piemont scheint zumindest zum Teil überwunden, obwohl immer noch einige, auch exzellente Betriebe, in wirtschaftlich schwierigem Fahrwasser zu segeln scheinen: So z. B. das Weingut Luigi Baudana in Serralunga, dessen Weine jetzt von Aldo Vajra gemacht und vertrieben werden, ohne dass wir die Details dieser Übereinkunft genau in Erfahrung bringen konnten.

Wie schon im jüngsten Toskana-Report erwähnt, wird allerdings das Problem der durch Korken verdorbenen Weine immer schlimmer. Nein, nicht von offenen, leicht erkennbaren Korkschmeckern ist hier die Rede, sondern von so genannten "Schleichern". In einem bisher unbekannten Ausmaß zeigten die angestellten Weine fehlerhafte Aromen und / oder unerklärlich kratzig-bitteren Geschmack, die nicht eindeutig auf TCA zurückzuführen waren, aber sofort verschwanden, sobald man ein zweites Muster öffnete. Für die Erzeuger ist diese Entwicklung im Zweifelsfall dramatisch, weil der Konsument, der ja nur selten die Möglichkeit hat, verschiedene Flaschen miteinander zu vergleichen, die Schuld für den "schlechten Wein" nicht mehr beim Kork, sondern beim Winzer sucht.

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